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»Große Kunst«: Rezension in der taz

Screenshot 2026 01 16 140928Wir freuen uns über Beate Scheders Rezension von Karen van den Bergs Buch »Große Kunst«, erschienen in der taz vom 15. Januar 2026.

Hier ein längerer Auszug:

Karen van den Berg ist Professorin für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Die Kunsthistorikerin hat selbst zahlreiche Ausstellungen kuratiert und forscht insbesondere zu den Produktionsbedingungen von Kunst. In früheren Publikationen hat sie sich etwa mit Formen politischer Kunst beschäftigt.

Für ihr neues Buch hat sie gemeinsam mit der Soziologin Ursula Pasero über einen Zeitraum von sechs Jahren zahlreiche Interviews geführt und Studiobesuche unternommen. Dabei widmete sie sich insbesondere jenen „unsichtbaren Händen“, die dafür sorgen, dass aus einem künstlerischen Konzept ein spektakuläres Werk wird, wie auch all den hochspezialisierten Dienstleistungs- und Fertigungsbetrieben, die daran beteiligt sind.

Aufschlussreich ist van den Bergs Buch vor allem da, wo sie an konkreten Beispielen untersucht und kritisch zuspitzt, wie sich heutige Mega-Künstler:innen organisieren. Katharina Grosse wird dort aufgeführt, die selbst von ihrem „Apparatus“ spricht, dem sie stets ausführliche „Credits“ zuteilkommen lässt und dessen Zentrum sie selbst als Künstlerin bildet.

Sie nennt auch El Anatsui und sein Studio im nigerianischen Nsukka. Dort knüpfen As­sis­ten­t:in­nen in Abertausenden Stunden Handarbeit Rohmaterial – von recycelten Aluminiumschraubdeckeln bis zu Schnapsflaschen – zu riesigen Gobelins zusammen. Das Studio sei „durch eine geteilte lebensweltliche Tiefe“ geprägt, „die es mit den Kleinbetrieben, Gebrauchsgegenständen und Alltagspraktiken der Umgebung verbindet“.

Oder Ólafur Elíasson, der mittlerweile drei GmbHs betreibt, eine dreistellige Zahl an Mit­ar­bei­te­r:in­nen in slicken Design-Labor-ähnlichen Büro-Werkstätten beschäftigt und der „beinahe alles, was in seinem Studio passiert, zur experimentellen Forschung“ erklärt.

All das hat vielschichtige Gründe, die van den Berg nachzuzeichnen versucht. Was bei alldem mitschwingt, ist die Frage, was es mit der Kunst macht, wenn sie in immer stärker durchprofessionalisierten Zusammenhängen entsteht. „Womöglich verliert sie nicht nur ihren Reiz, sondern auch ihre gesellschaftliche Funktion“, überlegt van den Berg. Und eine gewisse Freiheit.

Hier finden Sie die vollständige Rezension:

https://taz.de/Buch-ueber-XXL-Kunst/!6145478/

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Karen van den Bergs »Große Kunst«: Buchvorstellungen und Diskussionen

van den Berg Grosse Kunst Buchruecken

 

Mittwoch, 4. Februar, 18:00 h, Akademie der Bildenden Künste, München

Akademie (Neubau),  Akademiestr. 2-4, 80799 München, Vortragsraum E.O1.23

Book Launch: »Große Kunst. Hyperwachstum in der Studiopraxis«
Die Autorin Prof. Dr. Karen van den Berg im Gespräch mit Dr. Léa Kuhn, Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Die Studios der Stars des Kunstbetriebs gleichen heute oft mittelständischen Betrieben, in denen junge Künstler:innen Werke für die Größen der Vorderbühne fertigen und die Künstler:innen zu Produktionsmanager:innen werden. Doch entstehen die spektakulären Installationen von Damien Hirst, Jeff Koons, Katharina Grosse, El Anatsui und Olafur Eliasson nicht nur in Großstudios; sie werden häufig auch von Fabrikationsbetrieben gefertigt, die längst auch von jungen Künstler:innen in Anspruch genommen werden. Wie dies die Arbeitsweisen und das künstlerische Selbstverständnis verändert hat, diskutieren die Autorin des Buches und die Kunsthistorikerin Léa Kuhn mit Studierenden.

van den Berg Grosse Kunst Buchruecken

 

Donnerstag, 26. Februar, 19.30h, Kunstverein Friedrichshafen 

Buchhornpl. 6, 88045 Friedrichshafen

»Große Kunst. Hyperwachstum in der Studiopraxis«
Buchpräsentation und Gespräch mit Prof. Dr. Karen van den Berg und Prof. Dr. Franz Schultheis 

In der Veranstaltung diskutieren die Autorin Karen van den Berg  und der Soziologe Franz Schultheis über die Produktionsbedingungen heutiger Kunst. Van den Bergs Buch bietet tiefe Einblicke in den Maschinenraum künstlerischer Großproduktionen und beleuchtet die Arbeitspraktiken von Stars wie Damien Hirst, Jeff Koons, Katharina Grosse, El Anatsui und Olafur Eliasson ebenso wie die Arbeit von Fabrikationsbetrieben und Hintergrundkünstler:innen, die längst auch für junge Künstler:innen und unabhängige Kunstinstitutionen Kunst produzieren.

van den Berg Grosse Kunst Buchruecken

 

Mittwoch, 04. März 2026, 19.00h, Buchhandlung b_books, Berlin

Lübbenerstr. 14, 10997 Berlin

Book Launch „Große Kunst. Hyperwachstum in der Studiopraxis“ und Talk mit Christian Jankowski (Künstler), Raimar Stange (Journalist und Kurator) und der Autorin Karen van den Berg (Professorin für Kunsttheorie)

Was bedeutet es für das Selbstverständnis von Künstler:innen, wenn sie immer mehr zu Produktionsmanager:innen spektakulärer Werke werden? Und welchen Einfluss hat es auf das Kunstfeld als Ganzes, wenn ein Machbarkeitsfetischismus und eine Technoästhetik des Digitalen von Kunstfabrikationsbetrieben, die die Kunst für die Stars der Vorderbühne fertigen, zum immer dominanteren Maßstab werden? Diese Fragen diskutieren Jankowski, Stange und van den Berg anlässlich des im tentare Verlag erschienenen Buchs „Große Kunst“.

van den Berg Grosse Kunst Buchruecken

 

Dienstag, 9. Juni, 18 h, Kunsthalle Tübingen

Philosophenweg 76, D-72076 Tübingen  

Karen van den Berg: »Große Kunst. Hyperwachstum in der Studiopraxis«
Buchvorstellung und Gespräch

In der Veranstaltung präsentiert die Autorin die Kernthesen ihres Buches, das Einblicke in den Maschinenraum künstlerischer Großproduktionen bietet. Sie zeigt, wie Künstler:innen heute zu Produktionsmanager:innen ihrer XXL-Werke werden. Was das für ihr Selbstverständnis bedeutet, veranschaulicht van den Berg anhand von Fallstudien zu Stars wie Damien Hirst, Jeff Koons, Katharina Grosse, El Anatsui und Olafur Eliasson.
Eintritt: 10 Euro
Um Voranmeldung wird gebeten, Karten an der Abendkasse erhältlich.

van den Berg Grosse Kunst Buchruecken

 
 

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Monopol: Interview mit Karen van den Berg über ihr Buch »Große Kunst«

Wenn Ateliers zu Unternehmen werden: Raimar Stange spricht mit Karen van den Berg über ihr neues Buch „Große Kunst“ (tentare Verlag), in dem sie das Phänomen der XXL-Kunstproduktion untersucht. Warum kosten Ausstellungen heute Millionen? Und was bedeutet es, wenn Künstler:innen zu Manager:innen werden? 

Das ganze Gespräch auf monopol-magazin.de.

Karen van den Berg "Große Kunst", tentare Verlag, 384 Seiten, 34 Euro

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Neuerscheinung: Karen van den Berg: »Große Kunst. Hyperwachstum in der Studiopraxis«

Die invisible hands der Kunstwelt treten aus dem Schatten: Karen van den Berg widmet sich den Akteur:innen, die an der Entstehung der großen Installationen beteiligt sind, aber selten namentlich erscheinen. Von den Pionier-Fabricators der 1960er Jahre bis zu den chinesischen Kunstfabrikationsdörfern der Gegenwart entfaltet sich ein faszinierendes Panorama arbeitsteiliger Produktion, das den Blick auf die Gegenwartskunst nachhaltig verändert.

Karen van den Berg Grosse Kunst 01

»Große Kunst« ist soeben im tentare Verlag erschienen. Ab 3. Dezember 2025 ist das Buch überall im Buchhandel erhältlich.

ISBN 978-3-911804-02-8

Softcover, Klappenbroschur, Format 13 cm x 21 cm

384 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 34 €

Informations- und Bestellseite »Große Kunst«

 

 

 

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»Fascism and cynical rationality: What is waiting for us?«

Zynismus bei Simmini Querformat scaledSiMMiNi Leipzig, 24. Juni, 19:00 h: Diskussion mit Vladimir Safatle, São Paulo:  »Faschismus und zynische Rationalität: Was erwartet uns?«

Am Dienstag 24.06.2025 diskutiert Vladimir Safatle, Philosoph aus São Paulo und einer der bekanntesten Intellektuellen Lateinamerikas, über sein vor kurzem im tentare Verlag erschienenes Buch »Zynismus und das Scheitern der Kritik«, ein Schlüsselwerk zum Verständnis des neuen, »libertären« Autoritarismus à la Trump, Musk, Milei und dem Faschismus.

Ort: SiMMiNi Leipzig. BUCH • KAFFEE • WEIN

Eisenbahnstraße 109, 04315 Leipzig

Zeit: Dienstag, 24.06.2025, 19:00 h

Sprache: Englisch

Veranstalter:  SiMMiNi Leipzig mit tentare Verlag

Warum gelingt es autoritären Bewegungen heute so leicht, liberale Demokratien zu unterwandern? Der Philosoph Vladimir Safatle, einer der bekanntesten Intellektuellen Brasiliens und Protagonist des Widerstands gegen die Regierung Bolsonaro, liefert eine bestechende Diagnose: Der ›neue Faschismus‹ ist nicht einfach ein Rückfall in archaische Gesellschaftsmuster; seine Wirksamkeit beruht vielmehr auf der Verallgemeinerung einer neuen, zynischen Form der Rationalität, die sich in den liberalen Demokratien selbst herausgebildet hat. Zynismus ist damit nicht nur als rhetorische Figur zu verstehen oder als eine subjektive, moralisch verwerfliche Haltung; er bildet vielmehr die rationale Struktur einer Gesellschaft im Zerfall, die im uneigentlichen Sprechen, in der selbstironischen Verleugnung ihre Überlebensstrategie gefunden hat.

Leseempfehlung von Mladen Gladić (Die Welt) zur Leipziger Buchmesse: »Die Autoritären von heute sind oft clowneske Gestalten, an denen Kritik abperlt. Warum? Ein wenig Dialektik der Aufklärung gegen die denkfaule These von der allgemeinen Regression.«

* * *

Leipzig, Tuesday, June 24, 2025, 7:00 p.m.: Discussion with Vladimir Safatle, São Paulo:  »Fascism and cynical rationality: What is waiting for us?«

Vladimir Safatle will discuss his recently published book „Zynismus und das Scheitern der Kritik,“ a key work for understanding the new „libertarian“ authoritarianism in the style of Trump, Musk, and Milei.

Location: SiMMiNi Leipzig. BUCH • KAFFEE • WEIN
Eisenbahnstraße 109
04315 Leipzig
Germany

Date & Time: Tuesday, June 24, 2025, 7:00 PM
Language: English

About the Event:

Why do authoritarian movements find it so easy to undermine liberal democracies today? Philosopher Vladimir Safatle, one of Brazil’s most renowned intellectuals and a key figure in the resistance against the Bolsonaro government, offers a compelling diagnosis: The „new fascism“ is not simply a regression to archaic social patterns; rather, its effectiveness is based on the generalization of a new, cynical form of rationality that has emerged within liberal democracies themselves. Cynicism is thus not only to be understood as a rhetorical device or as a subjective, morally reprehensible attitude; it forms the rational structure of a society in decay that has found its survival strategy in inauthentic speech and self-ironic denial.

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Neuerscheinung: Étienne Balibar: »Spinoza und die Politik«

Buchruecken scaledWir freuen uns über das Erscheinen von Étienne Balibars »Spinoza und die Politik«, ein Buch, in dem es wesentlich um die Frage geht, wie eine Demokratie gegen innere und äußere Bedrohungen bestehen kann.

Das Buch steckt in einem schlichten Umschlag aus ungestrichenem Offset-Karton, misst 21 cm x 10,8 cm x 1,4 cm, umfasst 172 Seiten und kostet 18 €.

Buchhandlungen, die direkt beim Verlag bestellen, erhalten 40% Rabatt; bei größeren Mengen legen wir Partie-Exemplare bei (vgl. unsere Buchhandelskonditionen).

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Diskussion »Was tun? Was lassen« mit Helmut Draxler an der AdBK München

2025 06 03 Gespraech WAS TUN WAS LASSEN Muenchen AdbK

Am Dienstag, den 3. Juni 2025, treffen sich Helmut Draxler und Stephan Gregory an der Akademie der Bildenden Künste München zum Gespräch. Ausgehend von Draxlers Buch Was tun? Was lassen? Politik als symbolische Form diskutiert der  Autor (Universität für angewandte Kunst, Wien) mit Stephan Gregory (tentare Verlag) über die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen politischen Handelns heute – jenseits von resigniertem Rückzug oder besinnungslosem Daueraktivismus. Im Zentrum steht die Frage, wie und wodurch unser Denken und Tun politisch wird.

Datum: 3. Juni 2025
Beginn: 18 Uhr

Akademie der Bildenden Künste München
Akademiestr. 4 (Neubau)
80799 München

Raum: Auditorium E.EG.28

Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Philosophie | Ästhetische Theorie

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Die Ideologiekritik ist tot? Vladmir Safatle bei b_books in Berlin

Safatle b books

Foto: b_books

Am 27. März 2025 war der brasilianische Philosoph, Psychoanalytiker und Politiker Vladmir Safatle bei der Berliner Buchhandlung b_books zu Gast, um mit Stephan Gregory über sein im tentare Verlag erschienenes Buch »Zynismus und das Scheitern der Kritik« zu diskutieren.

Safatles Analyse des zeitgenössischen Zynismus als dominante Subjektierungsform unserer Zeit und als Betriebsmodus des neoliberalen Autoritarismus bildete den Ausgangspunkt für eine Erkundung drängender philosophischer und politischer Fragen: von der im zeitgenössischen Denken überall anzutreffenden Querelle zwischen deleuzianischen und lacanianischen Positionen über die Wiederkehr des Revolutionsbegriffs im technokratischen Gewand der »Disruption« bis zur Notwendigkeit einer linken Politik, die den marxschen Begriff der »Entfremdung« wieder ernst nimmt und das tatsächliche Leiden der Menschen zum Ausgangspunkt des Handelns macht.

Wie die Dissussion zeigte, muss philosophisches Denken nicht an Schärfe und Genauigkeit verlieren, wenn es sich in aktuelle politische Fragen einmischt. Safatles Buch »Zynismus und das Scheitern der Kritik« verspricht, eine wichtige Referenz für alle zu werden, die nach einer Gesellschafts- und Ideologiekritik suchen, die sich auf der Höhe ihrer Zeit befindet – einer Zeit, in der die Macht nichts mehr verbirgt, sondern sich über sich selber lustig macht.

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Buchvorstellungen in Hamburg und Berlin

Vladmir Safatle diskutiert sein Buch »ZYNISMUS und das Scheitern der Kritik«

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Im tentare Verlag ist soeben das Buch »Zynismus und das Scheitern der Kritik« des brasilianischen Philosophen und Psychoanalytikers Vladimir Safatle erschienen. Ende März wird der Autor sein Werk in Hamburg und Berlin persönlich vorstellen und diskutieren. Wir laden Sie herzlich ein, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.

Hier die Termine:

Podiumsdiskussion zu »Global New Facism« mit Vladmir Safatle, Ece Temelkuran und Samo Tomšič

Montag, 24. März 2025, 20:00 h

Central Congress
Steinstraße 5-7
20095 Hamburg

* * *

Buchpräsentation und Gespräch mit Vladimir Safatle bei b_books, Berlin

Donnerstag, 27. März, 19:30 h

b_books
Lübbener Str. 14
10997 Berlin

Das Buch:

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Warum gelingt es autoritären Bewegungen heute so leicht, liberale Demokratien zu unterwandern? Der Philosoph Vladimir Safatle, einer der bekanntesten Intellektuellen Brasiliens und Protagonist des Widerstands gegen die Regierung Bolsonaro, liefert eine bestechende Diagnose: Der ›neue Faschismus‹ ist nicht einfach ein Rückfall in archaische Gesellschaftsmuster; seine Wirksamkeit beruht vielmehr auf der Verallgemeinerung einer neuen, zynischen Form der Rationalität, die sich in den liberalen Demokratien selbst herausgebildet hat. Zynismus ist damit nicht nur als rhetorische Figur zu verstehen oder als eine subjektive, moralisch verwerfliche Haltung; er bildet vielmehr die rationale Struktur einer Gesellschaft im Zerfall, die im uneigentlichen Sprechen, in der selbstironischen Verleugnung ihre Überlebensstrategie gefunden hat.

Nach Safatle hat dies tiefgreifende Konsequenzen für den Status der Kritik: Gegenüber einer ›zynischen Vernunft‹, die aus ihrer eigenen Kritik einen Witz macht, ist klassische Ideologiekritik machtlos geworden. Umso mehr kommt es darauf an, eine neue Art der Kritik zu entwickeln, eine Kritik, die, wie Safatle sagt, »gegenwärtig in erster Linie eine Kritik der Ironie sein muss«.

ZYNISMUS UND DAS SCHEITERN DER KRITIK ist ein philosophisches Schlüsselwerk zum Verständnis unserer politischen Gegenwart, das nun erstmals auf Deutsch zu entdecken ist.

* * *

Für den Buchhandel: Link zu VLB-TIX.

Der Autor:

VLADIMIR SAFATLE ist ordentlicher Professor der Philosophischen Fakultät der Universität São Paulo und Professor am Institut für Psychologie derselben Institution. Er war Gastprofessor an den Universitäten Ca’ Foscari (Venedig), Paris I, Paris VII, Paris VIII, Paris X, Toulouse (Frankreich), Louvain (Belgien) und Essex (England), visiting scholar an der University of California, Berkeley, sowie fellow am Stellenbosch Institute of Advanced Studies (Südafrika), bei The New Institute in Hamburg und am Institut d’études avancées (Paris). Er ist einer der Koordinatoren des Forschungslaboratoriums für Sozialtheorie, Philosophie und Psychoanalyse (Latesfip/Universidade de São Paulo) und verantwortlich für die Herausgabe der Werke Theodor Adornos in portugiesischer Sprache (Coleção Adorno, Unesp). Als eine Schlüsselfigur der akademischen Linken Brasiliens und Mitglied des Partido Socialismo e Liberdade (PSOL) war Vladimir Safatle Vorkandidat für das Amt des Gouverneurs von São Paulo und Kandidat für das Amt eines Abgeordneten im Bundesparlament – in der aktuellen Legislaturperiode ist er Vertretungsabgeordneter. Er war Kolumnist der Zeitungen El País und Folha de São Paulo, Fernsehkommentator bei TV Cultura und Mitarbeiter von Zeitungen wie Le Monde und La Vanguardia. Während der rechtsextremen Regierung von Jair Bolsonaro war er einer der Organisatoren des Amtsenthebungsantrags gegen diesen, was ihm politische Verfolgung einbrachte und dazu führte, dass er von der französischen Regierung im Rahmen eines Programms zum Schutz gefährdeter Akademiker aufgenommen wurde. Seine Veröffentlichungen konzentrieren sich auf die Bereiche Psychoanalyse, Philosophie der Musik, politische Philosophie, Kritische Theorie und posthegelianische dialektische Tradition. Zu seinen Büchern gehören: Alphabet of colisions: Practical philosophy in chronical times (Columbia University Press, im Erscheinen), Le circuit des affects: Corps politiques, détresse et la fin de l’individu (Le bord de l’eau, 2022); Grand Hotel Abyss: Desire, recognition and the restoration of the subject (Leuven University Press, 2016) und La passion du négatif: Lacan et la dialectique (Georg Olms, 2010) sowie verschiedene weitere in portugiesischer, spanischer und italienischer Sprache.
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Jetzt lieferbar: »Zynismus und das Scheitern der Kritik« von Vladimir Safatle

Safatle VLB TIX 01 scaled

Vladimir Safatle: Zynismus und das Scheitern der Kritik

ISBN: 978-3-911804-00-4

Klappenbroschur, 320 Seiten,

24,00 

Zu bestellen in jeder Buchhandlung oder über den Webshop des Verlags

Buchhandelsservice: Link zu VLB-TIX.

 

Über das Buch:

Warum gelingt es autoritären Bewegungen heute so leicht, liberale Demokratien zu unterwandern? Der Philosoph Vladimir Safatle, einer der bekanntesten Intellektuellen Brasiliens und Protagonist des Widerstands gegen die Regierung Bolsonaro, liefert eine bestechende Diagnose: Der ›neue Faschismus‹ ist nicht einfach ein Rückfall in archaische Gesellschaftsmuster; seine Wirksamkeit beruht vielmehr auf der Verallgemeinerung einer neuen, zynischen Form der Rationalität, die sich in den liberalen Demokratien selbst herausgebildet hat. Zynismus ist damit nicht nur als rhetorische Figur zu verstehen oder als eine subjektive, moralisch verwerfliche Haltung; er bildet vielmehr die rationale Struktur einer Gesellschaft im Zerfall, die im uneigentlichen Sprechen, in der selbstironischen Verleugnung ihre Überlebensstrategie gefunden hat.

Nach Safatle hat dies tiefgreifende Konsequenzen für den Status der Kritik: Gegenüber einer ›zynischen Vernunft‹, die aus ihrer eigenen Kritik einen Witz macht, ist klassische Ideologiekritik machtlos geworden. Umso mehr kommt es darauf an, eine neue Art der Kritik zu entwickeln, eine Kritik, die, wie Safatle sagt, »gegenwärtig in erster Linie eine Kritik der Ironie sein muss«.

ZYNISMUS UND DAS SCHEITERN DER KRITIK ist ein philosophisches Schlüsselwerk zum Verständnis unserer politischen Gegenwart, das nun erstmals auf Deutsch zu entdecken ist.

 

Über den Autor:

VLADIMIR SAFATLE ist ordentlicher Professor der Philosophischen Fakultät der Universität São Paulo und Professor am Institut für Psychologie derselben Institution. Er war Gastprofessor an den Universitäten Ca’ Foscari (Venedig), Paris I, Paris VII, Paris VIII, Paris X, Toulouse (Frankreich), Louvain (Belgien) und Essex (England), visiting scholar an der University of California, Berkeley, sowie fellow am Stellenbosch Institute of Advanced Studies (Südafrika), bei The New Institute in Hamburg und am Institut d’études avancées (Paris). Er ist einer der Koordinatoren des Forschungslaboratoriums für Sozialtheorie, Philosophie und Psychoanalyse (Latesfip/Universidade de São Paulo) und verantwortlich für die Herausgabe der Werke Theodor Adornos in portugiesischer Sprache (Coleção Adorno, Unesp). Als eine Schlüsselfigur der akademischen Linken Brasiliens und Mitglied des Partido Socialismo e Liberdade (PSOL) war Vladimir Safatle Vorkandidat für das Amt des Gouverneurs von São Paulo und Kandidat für das Amt eines Abgeordneten im Bundesparlament – in der aktuellen Legislaturperiode ist er Vertretungsabgeordneter. Er war Kolumnist der Zeitungen El País und Folha de São Paulo, Fernsehkommentator bei TV Cultura und Mitarbeiter von Zeitungen wie Le Monde und La Vanguardia. Während der rechtsextremen Regierung von Jair Bolsonaro war er einer der Organisatoren des Amtsenthebungsantrags gegen diesen, was ihm politische Verfolgung einbrachte und dazu führte, dass er von der französischen Regierung im Rahmen eines Programms zum Schutz gefährdeter Akademiker aufgenommen wurde. Seine Veröffentlichungen konzentrieren sich auf die Bereiche Psychoanalyse, Philosophie der Musik, politische Philosophie, Kritische Theorie und posthegelianische dialektische Tradition. Zu seinen Büchern gehören: Alphabet of colisions: Practical philosophy in chronical times (Columbia University Press, im Erscheinen), Le circuit des affects: Corps politiques, détresse et la fin de l’individu (Le bord de l’eau, 2022); Grand Hotel Abyss: Desire, recognition and the restoration of the subject (Leuven University Press, 2016) und La passion du négatif: Lacan et la dialectique (Georg Olms, 2010) sowie verschiedene weitere in portugiesischer, spanischer und italienischer Sprache.

Stimmen zur Veröffentlichung:

»Vladimir Safatle ist einer der ­wichtigsten Theoretiker unserer Zeit. Seine Schriften sind Inter­ventionen zu Gegenwartsfragen, die neue Perspektiven auf ­unsere Gesellschaft und auf uns, die dadurch geformten Subjekte, ­eröffnen. Seine Zeitdiagnose ist ­resolut negativ, aber niemals pessimistisch. Immer erkennt er noch im dunkelsten Verblendungs­zusammenhang Möglichkeiten, wie wir aus diesem entkommen könnten. Seine Verbindung von ­Lacan und Adorno – mit einem guten Schuss von Hegelscher Dialektik – erhellt immer die verzwickte gesellschaftliche und individuelle Lage, in der wir uns finden; und das zugleich auf mehreren Ebenen. Es lohnt sich immer, Safatle zu lesen, und es lohnt sich besonders, sein neuestes Buch, Zynismus und das Scheitern der Kritik, zu lesen.«

Prof. Fabian Freyenhagen,
University of Essex

»In einer Reihe mit Freuds Massen­psychologie und Ich-Analyse und Lacans Arbeiten über die kollektive »logische Zeit« stehend, schafft es Safatle, einen unschätzbaren Raum des Denkens und der politischen Intervention zu eröffnen. Hier verbindet sich die psychoanalytische Einsicht in die grundlegende, aber stets verleugnete Spaltung des Subjekts mit der Analyse jener besonderen Formen der Entfremdung – ein Begriff des Marxschen Vokabulars, den Safatle erfri­schend bejaht –, denen die Subjekte im politischen Sinne unterworfen sind. Beide, Leugnung der Spaltung und Ausbeutung der Entfremdung, lassen sich mit demselben Wort des »Zynismus« belegen.
Zynisch ist die gesellschaftlich-ökonomische Gesamtordnung, die uns alle vereinzelt zu Zynikern macht. Als sei das stumpfe »Es ist wie es ist« tatsächlich der Wahrheitsspruch unserer Zeit. Ohne Gespür für eine Alternative will der Zynismus auf die Verkennung seines Unglücks einpferchen, um sich so immer weiter genießen zu können. Dieses Buch aber bringt dies fehlende Gespür zum Sprechen, und mit denkerischer Libido wird die Kritik zu einer lustbesetzten Praxis.«

Marcus Coelen, Psychoanalytiker, Ludwig-Maximillians-Universität München