Wir freuen uns über Beate Scheders Rezension von Karen van den Bergs Buch »Große Kunst«, erschienen in der taz vom 15. Januar 2026.
Hier ein längerer Auszug:
Karen van den Berg ist Professorin für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Die Kunsthistorikerin hat selbst zahlreiche Ausstellungen kuratiert und forscht insbesondere zu den Produktionsbedingungen von Kunst. In früheren Publikationen hat sie sich etwa mit Formen politischer Kunst beschäftigt.
Für ihr neues Buch hat sie gemeinsam mit der Soziologin Ursula Pasero über einen Zeitraum von sechs Jahren zahlreiche Interviews geführt und Studiobesuche unternommen. Dabei widmete sie sich insbesondere jenen „unsichtbaren Händen“, die dafür sorgen, dass aus einem künstlerischen Konzept ein spektakuläres Werk wird, wie auch all den hochspezialisierten Dienstleistungs- und Fertigungsbetrieben, die daran beteiligt sind.
Aufschlussreich ist van den Bergs Buch vor allem da, wo sie an konkreten Beispielen untersucht und kritisch zuspitzt, wie sich heutige Mega-Künstler:innen organisieren. Katharina Grosse wird dort aufgeführt, die selbst von ihrem „Apparatus“ spricht, dem sie stets ausführliche „Credits“ zuteilkommen lässt und dessen Zentrum sie selbst als Künstlerin bildet.
Sie nennt auch El Anatsui und sein Studio im nigerianischen Nsukka. Dort knüpfen Assistent:innen in Abertausenden Stunden Handarbeit Rohmaterial – von recycelten Aluminiumschraubdeckeln bis zu Schnapsflaschen – zu riesigen Gobelins zusammen. Das Studio sei „durch eine geteilte lebensweltliche Tiefe“ geprägt, „die es mit den Kleinbetrieben, Gebrauchsgegenständen und Alltagspraktiken der Umgebung verbindet“.
Oder Ólafur Elíasson, der mittlerweile drei GmbHs betreibt, eine dreistellige Zahl an Mitarbeiter:innen in slicken Design-Labor-ähnlichen Büro-Werkstätten beschäftigt und der „beinahe alles, was in seinem Studio passiert, zur experimentellen Forschung“ erklärt.
All das hat vielschichtige Gründe, die van den Berg nachzuzeichnen versucht. Was bei alldem mitschwingt, ist die Frage, was es mit der Kunst macht, wenn sie in immer stärker durchprofessionalisierten Zusammenhängen entsteht. „Womöglich verliert sie nicht nur ihren Reiz, sondern auch ihre gesellschaftliche Funktion“, überlegt van den Berg. Und eine gewisse Freiheit.
Hier finden Sie die vollständige Rezension:




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