Beschreibung
Das Buch:
Es gibt wohl keine Epoche ohne Melancholie, ohne tiefe individuelle Traurigkeit, ohne innere Qual, ohne Seelenschmerz. Doch es gibt eine Epoche, in der die Melancholie aufhört, bloß ein individuelles Gefühl zu sein, und zum Grundzug des Lebens wird: die Moderne. Denn nur in der modernen Welt geht die Melancholie mit einem radikalen Verlust des Weltsinns einher. Warum kommt es zu diesem Ergebnis? Warum breitet sich die Melancholie in der Epoche des Begehrens, der Praxis, der Technik und der verallgemeinerten Produktion epidemisch aus? Warum hört die Melancholie in den letzten zwei Jahrhunderten, besonders im zwanzigsten, auf, ein Phänomen ›persönlicher‹ Natur zu sein, und wird zu einem sozialen, kulturellen, historischen, ja sogar metaphysischen Ereignis? Von diesen Fragen geht Melanconia e fine del mondo aus, ein Buch, in dem Paolo Godani seine Leser auf eine schwindelerregende Reise mitnimmt – auf der Suche nach grundlegenden Begriffen wie Körper, Endlichkeit und dem Lebendigen. Die Moderne ist jene Epoche, in der jedes Wesen als lebendige, endliche, vergängliche Entität begriffen wird, unablässig bedroht von Auflösung und Tod, in beständigem Überlebenskampf gegen andere Entitäten. Für eine solche Entität ersetzt das ›Leben‹ die alten Begriffe ›Sein‹ und ›Natur‹. Die Existenz, die in der vormodernen Welt als Teil der kosmischen Ewigkeit gedacht wurde, wird nun vom Ganzen isoliert und in ihre Endlichkeit eingeschlossen, in ihre körperliche Sterblichkeit. Daraus entsteht das typisch moderne Gefühl der Melancholie – getragen von der Überzeugung, dass jeder von uns im Grunde in sich selbst lebt, vom Ganzen abgetrennt, bestimmt von Neigungen oder Trieben, die unsere Einzigartigkeit ausmachen und sie fortwährend der Wahrnehmung einer sinnentleerten Welt aussetzen.
»Die Herausforderung ist beträchtlich, denn es geht darum, was wir sind und was wir sein können werden. Zunächst braucht es eine umfassende metaphysische, wahrnehmungsbezogene, gefühlsmäßige Erziehung. Eine Erfahrung des Unzerstörbaren – nicht religiös, sondern weltlich. Eine neue Sensibilität für die Dinge der Welt, die unserem Blick, der allzu lange auf die Katastrophe gerichtet war, die Gelassenheit zurückzugeben vermag.«
Über Paolo Godanis Werk wurde gesagt:
»Eine dichte Arbeit, harte Metaphysik, die ein gewaltiges philosophisches Korpus durchquert, um die Unerschütterlichkeit der Singularität zu zerlegen – jenen Leitstern der Gegenwart, die das Gemeinsame bestenfalls als Souveränitätsverzicht kennt.« – Giovanna Ferrara, il manifesto
Der Autor:
Paolo Godani lehrt an der Universität Macerata. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Deleuze (Carocci, 2009), La vita comune (DeriveApprodi, 2016), Sul piacere che manca (DeriveApprodi, 2019), Tratti (Ponte alle Grazie, 2020) und Il corpo e il cosmo (Neri Pozza, 2021).



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